Bitte nicht so prätentiös?
Author: adminDu möchtest mehr Nachhaltigkeit?
Du möchtest eine progressivere Gesellschaft?
Du verstehst, dass sich Vieles ändern muss, um das zu erreichen?
Du möchtest, dass endlich mehr Menschen verstehen UND handeln?
Dann gibt es zunächst mal eine gute Nachricht. Die ganze Welt hat sich darauf geeinigt, dass es mehr Nachhaltigkeit und weniger Ungleichheit dringend benötigt.
Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen lesen sich wie eine utopische Vision einer besseren Welt. Tatsächlich hat auch so gut wie die ganze Welt dieser Vision zugestimmt. In dieser Sache herrscht seltene Einigkeit.
Nur leider ist es so, und hier enden leider die guten Nachrichten, dass viele Menschen zwar wissen und verstehen, dass eine Welt, die nicht nachhaltig ist, eben nicht von Dauer sein kann, sie handeln nur nicht danach. Wenn man sich schlau fühlen möchte, kann man das auch «Kognitive Dissonanz» nennen.
Einfach erklärt: Menschen tun nicht, was sie tun sollten, obwohl sie es besser wissen.
An dieser Stelle möchte dieser Blog ansetzen, doch dazu gleich mehr.
Erstmal ein kurzer Ausflug zum Thema Nachhaltigkeit:
Nachhaltigkeit ist grundsätzlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Alle Menschen einer Gesellschaft müssen daran beteiligt sein, nur so kann sie überhaupt funktionieren. Es muss also auch Partizipation, also Teilhabe, für alle funktionieren.
Auf der Welt herrscht aber teilweise extreme Ungleichheit. Der globale Norden ist viel reicher als der globale Süden, die jeweils einzelnen Länder, ganz egal wo, zeigen ihrerseits extreme Ungleichheit, die in gewisser Weise die globale Ungleichheit widerspiegelt.
Glücklicherweise gibt es aber noch Orte, an denen sich alle Akteure der Gesellschaft immer noch regelmäßig treffen, ganz egal aus welcher Gesellschaftsschicht sie stammen.
Und nein. Dazu gehört nicht das Internet.
Gemeint sind Schulgebäude – Häuser, in denen man etwas lernt.
Schon Nelson Mandela hat es treffend ausgedrückt:
„Education is the most powerful weapon which you can use to change the world.“
(Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern.)
Sehr, sehr viele Menschen in den Bildungslandschaften rund um den Globus verteilt haben den Ernst der Lage erkannt und arbeiten daran, Nachhaltigkeit in Gemeinden, Schulen, Betrieben und anderen Organisationen umzusetzen. Wenn man nur ein bisschen recherchiert, findet man schier unzählige Projekte, Aktionen, Produkte und Ideen für mehr Nachhaltigkeit.
Viele dieser Aktionen, Projekte und Ideen sind absolut fantastisch und sollten nachgemacht werden, wo es nur geht. Es ist immer wieder faszinierend, zu erkennen, dass viele Probleme, die mehr Nachhaltigkeit im Wege stehen, bereits gelöst wurden und man sie eigentlich „nur“ auf die eigenen Umstände anpassen müsste. Doch diese ganzen Aktionen, Projekte, Produkte und Ideen stehen nicht selten für sich allein. Und das ist ein Problem.
Denn einzelne Aktionen haben zwei große Nachteile, was uns wieder zurück zum Thema Kognitive Dissonanz bringt:
Wenn sie gar keine Öffentlichkeit bekommen, wird den Beteiligten schnell klar, wie wenig sie eigentlich bringen. Das ist schlicht sehr demotivierend. Man kommt zu dem Schluss, das es egal ist, ob man was tut oder auch nicht.
Wenn sie zu viel Öffentlichkeit bekommen, kann wiederum der Eindruck entstehen, es werde ja schon genug für Nachhaltigkeit gemacht. Greenwashing ist leider ein sehr populärer Marketingtrick vieler Unternehmen und Organisationen geworden, das Prinzip funktioniert aber auch auf ganz persönliche Ebene. Dem Gewissen geht es zwar dann besser, nur leider sinkt die Eigenverantwortung und in beiden Fällen sinkt nicht selten leider auch der Sinn für die Realität (und wenn man sich schlau fühlen möchte, kann man diesen Zustand auch Kognitive Dissonanz nennen).
Es ist nur allzu menschlich eine schwierige Realität als
(a) unlösbar anzusehen oder sie
(b) einfach auszublenden.
Beides wird der Realität aber nicht gerecht.
Die Realität ist, dass es für mehr Nachhaltigkeit keine Wundertechnologie gibt.
Die Realität ist, dass der Klimawandel nicht einfach verschwindet, nur wenn wir darüber nicht mehr reden.
Die Realität ist, dass die Artenvielfalt Vergangenheit sein wird, wenn wir so wirtschaften wie bisher.
Die Realität ist, dass wir viel zu viel Fleisch essen.
Die Realität ist, dass WIR das nur ZUSAMMEN schaffen können – so pathetisch das auch klingen mag.
Die Realität ist, dass Transformation möglich ist.
Die Liste ließe sich natürlich endlos weiterführen aber genau an diesem Punkt möchte dieser Blog ansetzen…